Wissenschaftlicher Name: Rupicapra rupicapra
Dialektname: Gäms |
| Kurzbeschreibung*: |
zwischen 110 und 130 Zentimeter lang, 75 Zentimeter hoch, 30 bis 50 Kilogramm schwer Schwanz: bis zu acht Zentimeter lang Körperbau: kräftig, jedoch gedrungen Ohren: spitzen, ca. halbe Kopfeslänge Beine: verhältnismäßig lange, kräftige mit großen Hufen Hörner: bis zu 25 Zentimeter lang und drehrund. Vorkommen: bevorzugt mittlere Gebirgslagen Nahrung: Gräser, Kräuter, Laub, Nadeln, Flechten und Moos
Besonderheiten: geschickte Kletterer, Rückenhaare des Männchens werden zum sogenannten Gamsbart gebunden |
| Heimatkundliche Anmerkungen: |
Die Gämse ist mit das bekannteste
Tier im Alpenraum. Obwohl sie schon sehr früh zu
den bejagten Wildtieren gehörte, ist sie bei uns,
im Gegensatz zum Hirsch und Steinbock, nie ausgerottet
worden. Kaiser Maximilian I (1449-1519) besaß ein Gämsgehege im Rheintal und Bilder seiner Jagden wurden ein beliebtes Motiv.
Bei uns besaßen schon seit 1059 die Bischöfe von Augsburg die Jagdhoheit. Im Jahre 1660 ließ sich der damilige Bischof Sigmund Franz von Österreich sogar ein Haus am Seealpsee durch die Oberstdorfer Bauern im Frondienst erbauen, um besser seiner geliebten Gämsjagd (und dem Fischen) nachgehen zu können.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam das Ende der Jagdhoheiten und 1848 wurde die Jagd den Gemeinden freigegeben. In kürzester Zeit war der reiche Wildbestand fast völlig vernichtet. Als Prinz Luitpold 1851 die große Oberstdorfer Alp-Gebiete aufkaufte, begann sich die Bestand des Gämswildes wieder zu erholen. Heute kann man Gämsherden bei beinahe jeder Bergtour beobachten.
Groß widdmet in seinem Führer von 1856 der Gämse, bzw. seiner Jagd mehrere Seiten. Dass er dabei in seiner Begeisterung über die Bergtauglichkeit des Tieres auch über's Ziel hinausschoss, soll durch das folgende Zitat zeigen: "Ja, die Geistesgegenwart des Thieres ist so groß, daß es, wenn es im Sichhinunterlassen noch einen rettenden Vorsprung bemerkt. alsdann im Falle mit Leib und Füßen nachrudert und arbeitet, um diesen zu erreichen und so im Sturz eine krumme Linie beschreibt." |
| Literatur: |
* Wikipedia: Gämse
Allg. Alpen, Förderreuther; S. 179f.
Die Allgäuer Alpen bei Oberstdorf und Sonthofen, Groß Dr. Joseph, München, 1856, S. 212 ff |
| Links: |
| > Wikipedia: Gämse |
| Bildrechte: |
| Ulrich Rößle, Oskar Fischer |
Stand:
06.08.2011
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