Weltweit gibt es bis 400 Arten, bei uns in den Alpen wachsen etwa 35 Arten.
Wissenschaftlicher Name: Gentiana
Familie: Enziangewächse (Gentianaceae) |
| Kurzbeschreibung (allgemein)*: |
ein-, zwei-, oder mehrjährige krautige Pflanzen Laubblätter: kreuzgegenständig, glatter Blattrand, oft grundständige Rosette Blüten: stehen einzeln oder in verästelten Blütenständen, zwittrig, radiärsymmetrisch, vier- bis achtzählig, schließen sich meist bei bewölktem Himmel, kühler Luft, Hagel, Regen und starkem Wind. Kelchblätter: grün, verwachsen Kronblätter: oft lang röhrig, glockenförmig oder radförmig, Blautöne oder gelb bis weißlich Staubblätter: kleiner als die Kronblätter Früchte: Kapselfrüchte mit vielen, geflügelten oder ungeflügelten Samen |
| Heimatkundliche Anmerkungen: |
Neben Edelweiß und Alpenrose ist der Enzian wohl die "dritte charakteristische Pflanze unserer Berge". Der lateinische Name soll von Gentius, König von Illyrien (180 – 168 v. Chr.) abstammen, der die Heilwirkung von Enzianarten (vermutlich Gentiana lutea) entdeckt haben soll. Weltweit gibt es bis 400 Arten, bei uns in den Alpen wachsen etwa 35 Arten.
Die bekannteste Art ist der "Stängellose Enzian" (Bild 1), die gerne als Abbildung bei Geschirr verwendet wird. Die reine blaue Blütenfarbe steht auch als Symbol für Treue. Obwohl die Flaschen des Enzianschnapses oft vom Bild eines stängellosen Enzians geziert werden, wird er jedoch von der Wurzel des gelben Enzians gewonnen. Seine Wurzeln und die der meist anderen hochstängeligen Arten werden auch schon seit je her zur Herstellung als Arznei verwendet. Wobei sicher auch der bittere Geschmack - Enziane enthalten den Bitterstoff Amarogentin - Grund dafür gibt: Was so bitter schmeckt, muss gesund sein! :-)
Im Frühjahr häufiger anzutreffen ist auch der Frühlingsenzian, bei uns auch Schusternägele genannt (Bild unten).
Natürlich stehen die Enziane alle unter Naturschutz. Enzianbrenner benötigen deshalb eine Sondergenehmigung, um die begehrten Wurzeln zu stechen. Persönliche Anmerkung:
Meine Tante verschlug es nach dem Krieg in der Ruhrpott. Da sie von starkem Heimweh geplagt wurde, war es in meiner Kindheit Tradition, nach der Schneeschmelze im Rubinger Sumpf ein paar stängellose Enziane zu pflücken und zusammen mit feuchtem Moos in einem Päckchen zu Tante Maja zu schicken. |
| Enzianarten: |
| breitblättriger Enzian (Gentiana acaulis) |
oder stängelloser Enzian, Silikat-Glocken-Enzian, Kochscher Enzian - Bild 1
- kurzer Stängel, eine einzelne, blaue Glockenblüte
- nur auf gut mit Wasser versorgten Silikatböden im sauren Milieu
- fünf grünen Flecken am Schlund der azurblauen Blütenglocke |
| Clusius-Enzian (Gentiana clusii) |
oder Echter Alpenenzian, Kalk-Glocken-Enzian
- Bild 2
- kurzer Stängel, eine einzelne, blaue Glockenblüte
- nur auf magerem und kalkhaltigem Trockenrasen
- durch das Fehlen der grünen Flecken wirkt er noch blauer |
| Gelber Enzian (Gentiana lutea) |
- Bild 3
- Wuchshöhe: 50 bis 150 Zentimeter
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kann aber 40 bis 60 Jahre alt werden
- Hauptwurzel bis zu 1 Meter lang und 3 bis 5 Zentimeter dick
- aus Wurzel wird Schnaps, Magenbitter (Zuze) und Arznei (u.a. Stärkungsmittel gegen gegen Müdigkeit, Untergewicht, Blutarmut und Appetitmangel) hergestellt
- soll auch fiebersenkend wirken (nicht nachgewiesen) |
| Weitere Enzianarten: |
| Zu den weiteren Enzianarten, gibt es keine Beschreibungen sondern nur noch Bilder mit Links zu Wikipedia (falls Seite vorhanden). Die kleinen Bilder können jedoch mit einem Klick vergrößert dargestellt werden! |
| Literatur und Links: |
* Wikipedia: Enzian, Clusius-Enzian, breitblättriger Enzian, gelber Enzian
Allg. Alpen, Förderreuther; S. 157 |
| Bildrechte: |
| Die Bilder dieser Seite sind von Herrn Siegfried Kondziela ausschließlich für die Nutzung in diesem Führer zur Verfügung gestellt worden. Eine weiter Nutzung ist nicht zulässig! |
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breitblättriger Enzian (Gentiana acaulis) oder stängelloser Enzian,
Silikat-Glocken-Enzian, Kochscher Enzian (Bild 1)

Clusius-Enzian (Gentiana clusii), Echter Alpenenzian,
Kalk-Glocken-Enzian (Bild 2)

Gelber Enzian (Gentiana lutea) - Bild 3
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