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Der Faltenbachtobel

Beschreibung und Lage:
Schon Georg Franz widmet in seinem 1856 erschienen Führer dem Faltenbachtobel einen eigenen Abschnitt und reiht ihn ein unter die wichtigsten Naturschönheiten des Oberstdorfer Talkessels. Aber lassen wir ihn selbst in seinem unvergleichlichen Stil vom größten Wasserfall des Tobels erzählen:
"Fels und Wald erzittern im Donner des fallenden Wassers und an den schwarzen Wänden peitscht der Wind die Streifen des Wasserstaubes herauf. Die untere Hälfte des Falles trifft nie ein Sonnenstrahl, während die obere in der glühenden Abendbeleuchtung wie ein goldener Lavastrom daherstürzt, sieht die untere mit grauen Nebelgebilden, die der eigene Luftzug phantastisch an dem Berge hinjagt, aus der triefenden Schlucht herauf. Im Strahl der Abendsonne erglänzt der naße wirbelnde Staub gleich perlgestickten funkelnden Schleiern, im ewigen Wechsel entstehend und vergehend, aufwallend in das Licht der Sonne, und hinabgleitend in das dunkle nasse Grab. Das sind die Geister der bösen Vögte, die wie im Leben so im Tode in perlgestickten Gewändern schwelgen und tanzen und dazu erklingen gar schauerliche Weisen in hohlen säuselnden Tönen am Fels."
Schon damals waren die unteren Teile des Tobels durch Wege erschlossen. Heute führt ein befestigter Steig durch den ganzen Tobel bis hinauf zur Seealpe. Man erreicht diesen Tobelweg über die Fahrstraße, die aus dem Ort heraus zur Schattenbergschanze und von dort weiter in Richtung Seelpe am Bach selbst entlang führt. Nach dem großen Unwetter im Sommer 2005 ist der Weg wieder hergestellt und in Teilen auch verbessert worden. Nach dem ersten und zugleich größten Fasserfall und einem etwas kleineren quert der Weg den Bach und führt die malerische Klamm hinauf bis zur ersten Wildbachverbauung über die das Wasser wiederum in einem ansehnlichen Fall hinunterstürzt. Hier erreichen wir die Fahrstraße, die vom Kühberg kommend zum neu gebauten Wasserkraftwerk führt. Bis 2010 konnte man hier noch gusseiserenen Rohre, die aus dem Weg leicht herausragten, sehen. Sie erinnerten an die alte Wasserversorgung Oberstdorfs, die in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts erstellt wurde. Ein paar Höhenmeter kann man dann von unten das Einlassbauwerk des Wasserkraftwerkes bewundern, bevor der Weg wiederum den Bach überquert, um dann nordseitig aus dem Tobel hinaus zu ziehen. Kurze Zeit später erreichen wir die Fahrstraße und nun sind es nur noch ca. 10 Gehminuten zur Seealpe. Hier öffnet sich das Tal und man kann fast das ganze Einzugsgebiet des Faltenbaches, das gänzlich im Weidegebiet der Seealpe liegt, überblicken.
Der Faltenbach hat nach Steiner seinen Namen am wahrscheinlichsten vom mittelhochdeutschen "valte", was "Ecke" oder "Winkel" bedeutet. Damit wäre er der Bach, der aus dem Winkel hervorkommt.
Links:

Alpen: Seealpe
Bergbahn: Nebelhornbahn
Berge: Schattenberg, Nebelhorn

Literatur:
Flurnamen, Steiner, S. 84
Allg. Alpen, Groß, S. 39ff
Sagen, Weitnauer, S.447 (Hundert Duma send au a Maß!)
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Faltenbachwasserfall
Faltenbachtobel
Bilderrechte:
Bilder vom Einlaufbauwerk: Uli Rößle
Faltenbachtobel
Faltenbachtobel
Blick von der Brücke zum Einlassbauwerk des Wasserkraftwerkes
Einlassabauwerk (Tiroler Wehr) des Wasserkraftwerkes
     
Stand: 07.08.2011
 
Verbesserungsvorschläge und weitere Artikel für diesen Online-Führer werden gerne entgegengenommen! Alle Angaben auf diesen Seiten "ohne Gewähr"!   Alex Rößle