| Joram, joram, was isch
dees? |
"Joram!
Joram! Was isch dees?"
Hot doamols gseit khet - Höügs Theres;
als Fronz noh gweah a kleina Büe,
und gjuckt ischt - uf dr Hofmannsrüeh.
Zwuinzg Metr - und a etle meah,
sind doamols sine Wita gweah. |
| So beginnt
ein Mundartgedicht des Oberstdorfers Hans Seeweg,
in dem er von den Anfängen des Skispringens in
unserem Ort berichtet. Eine Übersetzung finden
Sie übrigens am Ende dieser Seite. |
| Damals in den 20ger Jahren entwickelte
sich langsam das Dorado des Skisprungs in Deutschland.
Ich kenne keine Gemeinde, die mehr Schanzen hat. Kaum
eine Wintersportveranstaltung zieht heute ähnlich
viele Besucher an wie das Auftaktspringen der Vierschanzentournee
auf der großen Schattenbergschanze, die jedes Jahr
Ende Januar stattfindet. Weitere Großveranstaltungen
finden in regelmäßigen Abständen statt, wenn sich
die weltbesten Skiflieger auf der Heini-Klopfer-Skiflugschanze
im Birgsautal treffen. |
| Schon im Jahre 1909 errichteten
die rührigen Vereinsgründer des SC Oberstdorfs eine
große und eine kleine Schanze an der Halde. 22,5 Meter
hieß die erste Rekordmarke im Jahre 1910. |
| Nach dem 1. Weltkrieg führte
der Norweger Rivrud unter großem Gelächter der Zuschauer
einen völlig unbekannten Flugstil vor: Er lag nämlich
stark abgeknickt mit waghalsiger Vorlage in der Luft.
Das "Rudern" der Arme wurde beibehalten.
1925 wurde die erste Schanze im Schattenbergskistadion
errichtet. Den ersten Sprung auf der neuen Schanze, die damals noch Sprunghügel am Faltenbach" hieß, machte Franz Thannheimer. Er konnte jedoch die Weite von 43 m noch nicht stehen. Schon das Eröffnungsspringen hatte unter
Schneemangel zu leiden und ein Jahr später wurde ein
Schauspringen der Olympiamannschaft deswegen abgesagt.
Dies zeigt, dass Schneemangel in Oberstdorf nicht
nur ein Problem der heutigen Zeit ist, wie uns viele
weis machen wollen. Der Schanzenrekord kletterte von
34 m (1925), über 47 m (Franz Thannheimer 1927) bis auf 68 m (1941). Sepp Weiler und Heini
Klopfer waren in den 40ger Jahren die bekanntesten
Oberstdorfer Springer. |
| Unter großen Mühen wurde gleich
nach dem 2. Weltkrieg mit dem Bau einer neuen Schattenbergschanze
begonnen, auf der Heini Klopfer 1946 mit 71 m einen
neuen Rekord aufstellte. Zu den beiden oben genannten
Springern gesellte sich jetzt auch noch Toni Brutscher,
das berühmte Oberstdorfer Springertrio war geboren.
Zu Beginn der 50ger Jahre stellte sich auch wieder
der Sprungstil um. Der sogenannte Fischstil mit vorgestreckten
Armen setzte sich durch. Das Jahr 1952 war das Geburtsjahr
der Vierschanzentournee, die seit 1953 immer im gleichen
Rhythmus stattfindet. |
| Der Traum vom Fliegen |
| Nachdem in Planica schon eine
Flugschanze bestand und einige andere Orte sich mit
dem Gedanken trugen eine zu bauen, wurde auf Initiative
des oben genannten Springertrios 1949/50 die Oberstdorfer
Skiflugschanze als eine riesige Holzkonstruktion erstellt.
Am 2. Februar 1950 war es dann so weit: Vor nur wenigen
Zuschauern legt Heini Klopfer die erste Spur in den
Anlauf. Bei der ersten Internationalen Skiflugwoche
1950, die von rund 100000 Zuschauern besucht wurde,
stellte Dan Netzel mit 135 m einen neuen Weltrekord
auf. Der Schweizer Andreas Däscher kreierte damals
schon den neuen Stil: Er hielt die Arme eng an den
Hüften und steuerte nur mit den Händen. |
| In den folgenden Jahren wechselten
sich die Orte Kulm, Planica und Oberstdorf mit den
Flugwochen und auch den Weltrekorden ab. 1955 tauchte
neben dem altbewährten Trio ein neuer Name auf: Max
Bolkart. |
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Skiflugwoche 1958 (Flugstil alt) |

Skiflugwoche 1958 (Flugstil neu) |
| Neubau der Skiflugschanze |
Im Jahre 1972 entstand
dann die heutige Anlage aus Stahlbeton. Für bequeme
Besucher gibt es einen Sessellift und einen Aufzug
im Inneren des Turmes als Aufstiegshilfe. Von hier
oben hat man einen herrlichen Blick auf den Freibergsee
und das umliegende Stillachtal. Leichte Wanderwege
führen um den idyllisch gelegenen Freibergsee herum.
Mehrere Lokale, wie das Hotel Seeblick, laden zur
Kaffeepause oder deftigen Brotzeit ein.
Für die Weltmeisterschaft im Skifliegen 1998 wurde
die Schanze extra umgebaut, um sie den Erfordernissen
des V-Stils anzupassen. Sie lässt damit sichere Flüge
über 200 m zu! |
| Wenn Sie mehr über die
Geschichte des Skispringens erfahren wollen,
empfehle ich Ihnen den Besuch des Heimatmuseums in der Oststraße,
in dem Sie einen eigenen Raum zu diesem Thema
finden. |
| Übersetzung des Gedichtes: |
Anmerkung: nahe am Text
"Joram (Ausruf der Überraschung)!
Joram! Was ist das?"
hat damals gesagt
gehabt -
Haugs Theresia;
als Franz noch ein
kleiner Junge gewesen ist,
und gesprungen ist
- auf der Hofmannsruhe.
Zwanzig Meter - und
viele mehr,
sind damals seine Weiten gewesen. |
| Weitere Links: |
Geschichte: Skifahren
in Oberstdorf
Gebäude: Die
Skiflugschanze, Das Schattenbergskistadion |
| Weitere
Links (extern): |
Skiclub
Oberstdorff
Sportamt
Oberstdorf
Wikipedia: Skispringen, Skifliegen, Schattenbergschanze, Skiflugschanze |
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