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  Oberstdorfer Geschichte / Zeitleiste  
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Die Zeit der Pest und der Schwedenkriege

1618
Mit dem Prager Fenstersturz beginnt der dreißigjährige Krieg. Oberstdorf blieb von dessen schlimmsten Folgen jedoch noch einige Jahre verschont.
1629
Die Pest brach in Oberstdorf aus. Ein 12jähriges Mädchen wurde ihr erstes Opfer. Bei dieser Pestwelle starben "nur" 39 Menschen. Die Pest ist eine sehr ansteckende, lebensgefährliche Krankheit. Sie wird durch Tröpfcheninfektion und Flöhe übertragen. Die Leute bekamen hohes Fieber und am ganzen Körper eitrige Beulen.
1632
Die Schweden unter kamen mit 200 Mann zu Pferd und 600 Mann zu Fuß nach Oberstdorf. Was ihnen in die Hände kam, raubten sie: z.B. Kleidungsstücke, Nahrungsmittel, Vieh, Geld. Sie plünderten und brannten alles nieder. Die Bewohner flohen mit ihrem Vieh in die Berge.
1633
Zur Abwechslung werden in diesem Jahr kaiserliche Truppen in Oberstdorf einquartiert. Auch sie raubten und plünderten überall.
1634
Im Mai erschienen die Schweden mit 300 Mann, ermordeten 13 Oberstdorfer und erbeuteten die Kirchenschätze, 500 Stück Vieh und 60 Pferde. Dies führte zu einer großen Hungersnot. Da einige Schweden beim Versuch Vieh bei der Gutenalp fortzutreiben, von den Oberstdorfern erschlagen wurden, kamen sie im August mit 900 Mann zurück und forderten Schadensersatz. Sie drohten, sonst alles niederzubrennen. Die verarmten Oberstdorfer mussten sich das Geld bis von Reute ausleihen. Als die Feinde durch die Rubinger Oib abzogen, nahmen sie wieder Vieh mit. Die Sage "Die tapferen Frauen" erinnert an dieses Ereignis.
Der Schwed ist gekommen,
hat alles genommen.
Hat d'Fenster eing'schlagen,
hat's Blei rausgegraben.
Hat Kugeln draus gossen,
hat alles verschossen.
1635
Durch die Kriegswirren wurde die Pest auch nach Oberstdorf eingeschleppt. Innerhalb von zwei Jahren starben in Oberstdorf an dieser Krankheit 800 Menschen von 1200 Einwohner. Viele Wohnungen und Häuser standen leer. Das war eine schlimme Zeit. Zur Erinnerung daran bauten die Oberstdorfer zuerst die Vierzehn-Nothelfer-Kapelle und als diese dann 1865 abbrannte die Pestkapelle in der Weststraße.
1640
Der Maler Gabriel Neckher malte einen Totentanz in die Vierzehnnothelferkapelle. Die Kapelle ist leider beim großen Brand im Jahre 1865 auch mit abgebrannt und die Fresken sind unwiderruflich verloren.
1647
Ein letztes Mal marschierten die Schweden in Oberstdorf ein und plünderten. Die Sage vom Schwedenmarte geht wahrscheinlich auf diesen Einfall zurück.
1648
Mit dem westfälischen Frieden endete endlich diese schlimmste aller Kriegszeiten, der 40 % der Land- und 33% der städtischen Bevölkerung zum Opfer fielen.
Literatur:
Oberstdorfer Geschichte, Band 3
Links:
Sagen: Die Schweden in Oberstdorf , Der Schwedenmartl, Die Gräber auf der Mossalpe, Das Peströßlein von Oberstdorf
> Wikipedia: Dreißigjähriger Krieg
> Wikipedia: Geschichte der Pest
Stand: 19.05.2011
Axel Oxenstierna
Nach dem Tode Gustav Adolfs (1631) übernahm Axel Oxenstierna den militärischen Oberbefehl über die schwedischen Truppen. (aus Wikipedia)
Pestdoktor
Doktor Schnabel von Rom 1656, Arzt mit Schnabelmaske mit Kräutern und Stock zum fernhalten von Erkrankten (aus Wikipedia)
Flugblatt zum westfälischen frieden
Teil eines Flugblattes, das den Friedensschluss zu Münster bekannt gibt,
der den Dreißigjährigen Krieg beendet. (aus Wikipedia)
 
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