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Der große Bauernkrieg 1525

Der Sonthofner Tag

Am 14. Februar 1525 versammelten sich viele unzufriedene Bauern aus dem Oberallgäu auf freiem Feld vor Sonthofen. Man nennt diesen Tag deshalb auch "Sonthofner Tag". Da wurden vom Sonthofner Bauernhauptmann Schnitzer die Forderungen der Bauern dem Grafen Wolfgang von Montfort auf Rothenfels vorgetragen. Als der Graf die Forderungen nicht annehmen wollte, rief Schnitzer: "Wer zum Grafen will, trete auf seine Seite!" Daraufhin wichen alle Bauern vom Grafen weg. Die Bauern hatten sich auf friedliche Weise mit dem Grafen einigen wollen. Doch blieb ihnen jetzt nur noch der Aufstand, um ihre Rechte zu erkämpfen.

Die zwölf Artikel der Bauern

Bauernfreundliche Ritter fassten die Beschwerden der Bauern in zwölf Artikeln zusammen. Unter anderem wollten sie folgendes erreichen:

1. Sie wollten ihren Pfarrer selbst wählen.

2. Die Bauern wollten den "Zehnten" nicht mehr an ihre Herren zahlen. Er sollte in der Gemeinde selbst eingesammelt und verwaltet werden, um den Pfarrer zu bezahlen, um die Armen zu unterstützen und um die Kriegssteuern zu bezahlen.

3. Außerdem begehrten sie die Aufhebung der Leibeigenschaft, um den Wohnort frei wählen zu können und zu heiraten, wen sie wollten.

4. Überdies verlangten sie, dass ihnen die Fische im Wasser, das Wild in den Wäldern und die Vögel in der Luft gegeben werden sollten.

5. Jeder sollte sein Brenn- und Bauholz umsonst haben.

6. Zum Frondienst wollten sie nicht mehr so oft herangezogen werden.

Der Verlauf des Bauernkrieges

Da diese Forderungen den Bauern nicht gewährt wurden, griffen sie zu den Waffen. Sie wollten mit Gewalt erzwingen, was sie auf dem Wege der Bitte nicht erreichen konnten.

Die Bauern bildeten Heere, die "Haufen" genannt wurden. In unserer Gegend gab es den "Allgäuer Haufen", zu dem sich auch viele Oberstdorfer Bauern meldeten. Zu den "Räten" dieses Haufens gehörte der einheimische Konrad Kapeler. Im Allgäu wurden einige Burgen belagert, die Burg Fluhenstein sogar geplündert.

Doch schon im April wendete sich das Kriegsglück. Die Herren und Ritter ließen ein Söldnerheer aufstellen. Ende Juli wurde der Rest des "Allgäuer Haufens" besiegt. 18 Anführer wurden zur Abschreckung enthauptet. Die überlebenden Bauern mussten hohe Strafen zahlen.

 
Verbesserungsvorschläge und weitere Artikel für diesen Online-Führer werden gerne entgegengenommen! Alle Angaben auf diesen Seiten "ohne Gewähr"!   Alex Rößle