| Die kleinste und älteste der 3 Lorettokapellen ist die
Abbachkapelle. |
| Namensgebung |
| Die Herkunft des Namens ist bis heute noch nicht geklärt. Laut Steiner ist wahrscheinlich ein alter Flurname, die Kapelle wurde also auf eine Wiese mit dem Namen Abbach gebaut und dann nach ihr benannt. Da diese Verbindung im Laufe der Jahre in Vergessenheit geriet, suchte man nach nach einer neuen Deutung. So entstand die volksetymologischen Sage von der Entstehung der Abbachkapelle: |
| "Nach
einer von Reiser überlieferten Sage trat die
Stillach des öfteren über die Ufer und
verwüstete die Felder im Oberstdorfer Ösch.
Deshalb gelobten die Oberstdorfer, eine Kapelle
zu bauen, wenn der Fluß zurückginge.
Nach einer Bittprozession soll die Stillach daraufhin
auch wirklich einen neuen Weg genommen haben. Die
Kapelle wurde gebaut und erhielt als Andenken den
Namen Abbachkapelle (Kapelle, durch die der Bach
abgeleitet wurde). " |
| Besonders das letzte Hochwasser im Jahre 2005 bewies deutlich, dass das Überschwemmungsgebiet der Stlllach wirklich auch die Kapellen reichen kann. |
| Entstehung: |
Erwähnt wurde
die Abbachkapelle das erste Mal "in dem Stiftungsbrief einer "Ewig=Meß=Kaplanei", in der auch für 1465 Peter Kircher als der erste Kaplan genannt wird. Im 2. Band "Oberstdorfer Geschichte" wird diese Stiftung in den Zusammenhang mit einem Mord an dem Heimenhofschen Ammann Schnaiter in Zusammenhang gebracht. Haintz Ernst, der ein Verwandter eines der beiden Mörder gewesen sein könnte, hätte demnach die Kapelle als Sühnezeichen gestiftet. Laut Adolf Schleich stützen zwei der im Jahre 1994 restaurierten Freseken diese Vermutung. Im Jahre 1493 wurde die Kapelle durch den Augsburger
Weihbischof Johann zu Ehren Mariens geweiht. In
dieser Zeit muß sie als "Bittgangskapelle
mit großer Bogeneröffnung nach Süden" neu oder umgebaut worden sein.
|
| Entstehung der Wallfahrt |
| Der dreißigjährige Krieg und auch die Pestzeit zu Beginn des 17. Jahrhunderts brachten in ihrer Folge eine starke Verbreitung des Votivkultes und ein Aufblühen der Wallfahrten. Insbesondere die "Lorettowallfahrt" erlebte ihren Aufschwung zu dieser Zeit. In der Abbachkapelle stand damals ein Gnadenbild, das regen Zulauf erhielt. Lassen wir einen Visitationsbericht aus dem Jahre 1644 erzählen: "Von
der Pfarr gegen dem Gebirg liegt eine uralte Capell zu Ehren der Mutter
Gottes erbaut, Appach genannt, dessen Ursprung niemand bekannt. Wird über
die Maßen von dem Volk frequentiert, daß fast alle Sonn- und
Feiertag ein jeder das selbige besucht. Verwichenen Sommer ist der Weg
von dem Dorf bis zur Kapelle mit 10 schönen Bildstöcklein geziert
worden..." Bald wurde die Kapelle zu klein, um die allsonntäglich kommenden Pilger
aufzunehmen. Am 4. April 1657 war es dann so weit, der Grundstock
für die neue Kapelle Maria Loretto wurde gelegt. |
| Links: |
- Die Lorettokapellen
- Die
Abbachkapelle
- Die Marienkapelle
- Die Josefskapelle
- Die Votivtafeln in der
Marienkapelle
- Die Lorettowallfahrt
- Der Bildhauer Hans Scham |
|
|
| Kunstgegenstände: |
Sehr interessant sind die 1994 restaurierten Fresken. Sie stellen Folgendes dar:
Nordseite: 9 Rosenkranzgeheimnisse
Ostseite: 4 Martyrien und Bilder zur Entstehung der Kapelle
Südseite: 4 Evangelisten und die 4 Kirchenväter
Im Mittelpunkt auf dem Altar steht der "Auferstehungschristus", der dem Küntler Hans Scham zugerechnet wird. |
| Literatur: |
"Kunstdenkmäler
- Landkreis Sonthofen", Petzet,
S.
Das Allgäu, Dumont, Dewiel Lydia L., Köln 1997, S.
Schnell Kunstführer "Oberstdorf", S. 18
K. Reiser, Sagen,
Gebräuche und Sprichwörter des Allgäus,
I, München 1894, S. 398,
Thaddäus Steiner, Die Flurnamen Bayerns, Heft 6 Teil2, München
1973, S. 11/12
|

Ausschnitt aus einem der Fresken |
Stand:
07.06.2007
|
|